
Die Ausübung von Kunst ist für mich ein „gesteigertes Leben“ – Berufung, Herausforderung und Abenteuer zugleich. Meine Ideen und Bildkonzepte erwachsen aus Beobachtung, Denken und Philosophieren, aus Forschen, Suchen und Entdecken. Diese Impulse übersetze ich mit zeitgenössischen Mitteln in prägnante Unikate und Bilderzyklen.
Die Natur dient mir dabei als Ausgangspunkt. Das Sichtbare ist jedoch nur eine vertraute Fassade – erst dahinter beginnt das eigentliche Abenteuer. Aus dem Fundus bestehender Kunstrichtungen schöpfend, lasse ich Neues entstehen. Farben nutze ich gezielt als Ausdrucksmittel, um Emotionen zu wecken, die Realität zu überhöhen und Neugier beim Betrachter zu schüren.
Kunstwerke verleihen Räumen Ambiente, schenken Freude und verbinden beruhigende Präsenz mit einer inspirierenden Dynamik. Für mich sind die Idee und der Schaffensprozess das Herzstück eines jeden Werks – ein Zurückerobern jener ursprünglichen Kreativität, die in jedem von uns angelegt ist.
Kunst und das Sehens
Wir haben die Gabe verlernt, die Welt mit allen Sinnen wahrzunehmen. Im Alltag sind Begriffe von ihren visuellen Ursprüngen entkoppelt; unser Denken hat sich weitgehend in die Abstraktion zurückgezogen. Die Augen dienen meist nur noch als Werkzeuge des Messens, Prüfens und Einordnens. Dadurch verblasst die Fähigkeit, innere Vorstellungen zu entwickeln, die sich in aussagestarken Bildern ausdrücken lassen.
Die angeborene Gabe, die Wirklichkeit mit den Augen im Wortsinn zu begreifen, ist schlafend geworden. Um sie neu zu erwecken, braucht es die praktische Auseinandersetzung – die Arbeit mit Stift, Pinsel oder Kamera. Denn echtes Sehen ist kein passives Abbilden, sondern ein aktiver, schöpferischer Akt. Jede Wahrnehmung birgt bereits Denken in sich; jedes Denken enthält Illusion, und in jedem aufmerksamen Beobachten liegt bereits das Erfinden neuer Welten.
Sehen und die Fotografie
Viele Künstler benutzen heute die Kamera und das Foto des Motives als Malvorlage.
Beispiel: Naturaufnahmen aus den Rheinauen am Oberrhein
Sehen, Erleben, Malen
Eine Fotografisches Motiv ist für mich Malvorlage und Erinnerungsspeicher zugleich. Entscheidend ist das sinnliche Erleben vor Ort: Im Moment der Aufnahme prägen sich Stimmungen und Emotionen tief ein. In der malerischen Umsetzung – beispielsweise bei Werken zu den Rheinauen am Oberrhein – wird dieser gefühlte Augenblick wieder lebendig und verleiht dem Bild seine eigentliche Tiefe.
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